Ich bin immer mal wieder erstaunt, wenn Politiker, VIPs oder solche die sich dafür halten (also Y-Prominenz), Journalisten, hohe Beamte etc. mit Worten um sich werfen, deren Bedeutung sie eigentlich gar nicht verstehen, nicht verstanden haben und wohl auch nie verstehen werden. Da werden Phrasen gedroschen, Aufrufe und Appelle gestartet und zu guter Letzt wie so oft komplett am Gedankengut, den Einstellungen und Vorstellungen des „Plebs“ (wie man das im alten ROM benannte) vorbeigeredet. Glaubt Ihr nicht??

von Carlowitz - Ursprung der Nachhaltigkeit

Na nehmen wir mal ein Beispiel. Eines meiner Lieblingsworte ist „Nachhaltigkeit“. Ich habe es vor kurzem mit einigen Gleichgesinnten als Kandidaten für das „Unwort des Jahres“ eingereicht. Also an sich kann das arme Wort (Worte sind ja auch nur Menschen) nix dafür, dass jeder es benutzt, es jeder ausspricht und jeder einen anderen Sinn darin sieht. Laut Wikipedia heißt das ja nix anderes als: „Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann.“ Zum Glück  mein jeder damit etwas anderes.

Also die ökologischen Gutmenschen, zumeist wirklich Leute die sich um die Umwelt sorgen, um den Umgang mit Ressourcen durch die Menschheit und ob wir grünes, recycelbares Umweltpapier verwenden, denken in allererster Linie daran, wie wir unseren nichtvorhandenen Enkeln die Welt hinterlassen. Nun gut das ist eine sehr deutsche Sicht jetzt – aber immerhin. Gut so, kann man da nur sagen, weniger Wasser verbrauchen, mehr Bäume pflanzen, Energiesparlampen benutzen (achja die sind ja giftig) usw. Das ist ja noch zu verstehen, wobei mir bei den meisten Leuten das Sendungsbewusstsein und die dauernde Andeutung „Wir sind die Guten“ auf die Nerven geht. Ich habe keine Energiesparlampen (sondern meist LED), kaufe meist Wurst, Geflügel, Obst und Gemüse aus der Region und mache damit bestimmt mehr für die Nachhaltigkeit als alle Nachhaltigkeitsfanatiker die dann zur Tagung über Nachhaltigkeit 6.000 Meilen nach Rio de Janeiro  zur Konferenz fliegen.

Gern nehmen aber auch Politiker das Wort in den Mund. Neulich habe ich eine Rede von Herrn Hundt gehört in der er für Nachhaltigkeit der Gewinne und Produktionsweisen in Firmen warb. Dabei war aber eher net die Umwelt, der Erhalt von Arbeitsplätzen oder so was bananles gemeint,. Sondern eher wie man nachhaltig Gewinne erzielen kann (eigentlich ein gutes Konzept), indem man die Produktion gen Osten d.h. nach Asien  auslagert. Gut auch das ist ein Nachhaltigkeitskonzept. Man muss eben Global denken. Oder unsere Kanzlerin, die gern über Ihre „nachhaltige Politik“ spricht. Super. Ihre Gesetze sind so Nachhaltig, dass das Bundesverfassungsgericht in den meisten Fällen nach einem Jahr die Gesetze wieder kippt. Gut Zeit ist relativ und Nachhaltigkeit auch.

Als ich vor kurzem mit einem Mann, der Jahre in Afrika gelebt hat und an Projekten zur besseren Versorgung der Sahel-Zone  mitgewirkt hat sprach, meinte er zu mir „Nachhaltigkeit ist die Erfindung völlig übersättigter und gelangweilter Westeuropäer – die einzige Nachhaltigkeit die einen Afrikaner interessiert ist, auch morgen etwas zu essen zu haben“.

Um auf das Thema vom Anfang zurück zukommen noch ein Beispiel. „Toleranz“

Gerade Berlin, eine der am meisten toleranten Städte in Deutschland (man kann auch sagen, hier interessiert sich keine Sau für den Anderen) ist in letzter Zeit in die Schlagzeilen geraten. Pöbelnde Araber, zusammengeschlagene Leute in der U-Bahn, Mord und Totschlag, verprügelte Rabbis etc. pp. Selbstredend sind das alles Verbrechen, die müssen aufgeklärt werden und die Personen abgeurteilt. Fertig und aus. So pragmatisch sehen das 75 % der Berliner. Aber da gibt es ja dann die Berufsbetroffenen wie Claudia Roth, hier in Berlin Frau Kelat oder interessen bezogene Vereine, Verbände etc. Alle rufen dann sofort zu mehr Toleranz auf, wir müssen Tolerant sein gegenüber Türken, Arabern, Afrikaner, Juden, Deutschen, Katholiken, Muslimen, Skandinaviern… (ach nein sorry die haben keine Probleme in Berlin) usw. usf.

Wie schön. Das blöde aber ist, dass der Begriff Toleranz ja was ganz anderes impliziert und ausdrückt als diese Obergurus meinen. Toleranz heißt ja nichts anderes, als das man etwas ablehnt, nicht mag, man sich  nicht einverstanden erklärt, bis dahin das man etwas hasst … aber nichts dagegen unternimmt. Also es toleriert. Das ist die Bedeutung des Wortes Toleranz. Das heißt im Umkehrschluss, Frau Roth oder wer auch immer sagt uns, also hasst es ruhig aber unternehmt nichts. Hm das finde ich nun wieder sehr intolernt. also ich habe nichts gegen all diese Bevölkerungsgruppen, ganz im Gegenteil, es macht ja das Leben hier Bunter, erträglicher. Stellt euch vor, Berlin oder Deutschland wäre nur von Deutschen bewohnt…. Grrr was für eine gruselige Vorstellung und ein Grund auszuwandern. Nur ich habe prinzipiell etwas gegen Leute, einzelne Personen, Vereine, Parteien, Bevölkerungsgruppen, die sich eben nicht den Gesetzen und Verhältnissen anpassen und unsere liberale Gesellschaft durch andere Formen ersetzen wollen. Da hört bei mir jedes Verständnis auf und da bin ich auch nicht „Tolerant“. Egal ob die Leute weiß, schwarz, gelb Braun oder die grünen Männchen vom Mars sind, egal ob Muslime, Katholiken, Juden, Protestanten, Atheisten oder was auch immer. Und noch etwas zum Thema Toleranz. Wer davon spricht, weiß auch immer dass jede Toleranz immer auch eine Toleranzgrenze hat. Das ist eben Teil des Ganzen und wird von den „Gutmenschen“ immer gern übersehen. Das ist dann die Grenze, wo das einzelne Individuum sagt: Nein bis hierher und nicht weiter.

Die Journalisten und Politiker beklagen eine wachsende Anzahl an Menschen die sich gegen den Islam aussprechen. Tja warum wohl??!! Eine wachsende Ablehnung der Politik Israels (was sogleich als Antisemitismus ausgelegt wird, was sowohl dumm als auch fatal ist) Tja warum wohl??!! Eine wachsende Anzahl an Leuten die für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone ist. Tja warum Wohl??!! Etc.pp. Alles und noch viel mehr hat mit der Toleranzgrenze zu tun.

Also Liebe Journalisten, Politiker und andere wichtigen Persönlichkeiten der Gesellschaft, vielleicht manchmal eher etwas Nachdenken bevor man etwas sagt. Die gute alte Zeit, als man intellektuelle Reden halten konnte und das Volk es verstanden hat ist nicht vorbei. „Die Plebejer“ sind meist intelligenter als Ihr denkt. Aber dann bleibt die Frage: warum wählen wir dann ausgerechnet die scheinbar Nicht-Ganz-So-Intelligenten in die Parlamente. Gut das wäre jetzt ein anderes Thema.

Schöne Woche und immer viel nachhaltige Toleranz.