Aus dem Leben

in Kultur , by Lutz

Wenn man am öffentlichen Leben teilnimmt kann man viel erleben. In letzter Zeit sind mir einige sehr interessante Begebenheiten „zugetragen“ worden, die ich jetzt mal leicht modifiziert kurz vortragen möchte.

McFit, Berlin

Ein 180 cm großer, 200cm breiter und 120 cm tiefer, bodygebuildeter, muskelbepackter und (wahrscheinlich) mit anabolischen Substanzen perfektionierter Körper (ich will net gleich Mensch sagen), türkischer oder kurdischer Abstammung steht unter der Dusche neben einem älteren, nicht ganz schlanken, blassen Deutschen und unterhält sich. Sagt der Schrank:“ eh voll krass, ich sag Dir. Am Samstagnacht, eh ich, Freund, seine Freundin und meine Freundin, haben wir voll konkreten Dreier gemacht.“ Darauf der Deutsche: „Du bist ein Genie“. „Echt? Voll krass Alda, willste auch ma“

 

Irgendwo im Niemandsland in der Regionalbahn von Meißen nach Dresden

Eine Mutter, eine nervige etwa 9 Jahre alte Teppichratte und ein einsamer, nicht mehr ganz junger „lonely wolf“ sitzen im oben Bereich des Doppelstockzuges. Das Kind leidet unter Tourettsyndrom, ADS Syndrom und einer unfähigen Mutter (in umgekehrter Reihenfolge) und hetzt lärmend, den Zug mit schmelzender, klebriger Schokolade beschmutzend und obskure Schimpfwörter ausstoßend quer durch das Abteil. Irgendwann kommt es zu dem Mann der genervt starr aus dem Zugfenster ins Nichts starrt. Das Kind guckt den Mann an und will gerade seine klebrigen, dreckigen Pfoten an der Jacke des „einsamen Wolfes“ abwischen.

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Berlin Mitte

in Kultur , by Lutz

Eine der am meisten von mir gemiedenen Stadtteile in unserer geliebten Millionenmetropole ist Mitte. Wobei keiner genau sagen kann wo die anfängt und wo endet. Also der Stadtbezirk ist klar abgegrenzt und mein eigener grenzt verdammt nah dran, so dass einige unangenehme Übergänge fließend sind. Aber Berlin ist ja auch nicht groß. In Mitte wohnen Politiker, Schauspieler, Künstler und Angela Merkel. Sie allerdings schon seit Jahrzehnten was man ihr zugute halten muss. Normale Bürger findet man selten, angewidert haben sie das Viertel verlassen (naja es können natürlich auch die Mieten gewesen sein, die inzwischen Münchner oder Hamburger Niveau haben). Aber Mitte ist schick und der Ausdruck der neuen Mitte wie sie Gerhard Schröder gern beschrieben (und leider auch nie gefunden) hat. Nachts ist Mitte vor allem bei englischen Touristen und deutschen Provinzlern beliebt, ein Disneyland für alle Vergnügungssüchtigen mit der legendären Sauf- und Nuttenmeile Oranienburger Strasse. Gern erschauert Lischen Müller aus Schwätzingen wenn sie mit Ihrem Herbert an den Prostituierten vorbeischlendert und fühlt den kalten Hauch der Großstadt wenn eine besoffene Reisegruppen (nach dem Flatsaufen) an ihr vorbeirülpst und schwankt.  Und Mitte ist tagsüber ein sehr entspannter Ort. Millionen (vor allem kulturinteressierte) Schwaben, Bayern, Amerikaner und andere Ausländer ziehen vom Alex über Lustgarten, Museumsinsel bis zum Hackeschen Markt. Erschöpft würden sie da gern einen netten Kaffee trinken in einem der einladenden Subways, Starbucks oder anderer Restaurants… nur leider. Tut mir leid. Da sitzen nämlich den ganzen Tag junge, moderne, ungebundene Menschen, schlürfen ihren Latte, Espresso, Espresso macciato usw. usf. und verschanzen sich hinter ihren weißen Macs und arbeiten an Projekten. Furchtbar. Mitte!

Vor kurzem jedenfalls betrat ich so ein Cafe´ und bestellte einen Kaffee schwarz. Völlig irritiert schaute mich die Kellnerin (Typ englische Studentin, blass, rötliche Haare und schlecht sitzende Klamotten) an und betete mir auf Englisch die 48 Kaffeesorten herunter, nur leider gab es keinen Kaffee schwarz. Nun bin ich ja bestimmt kein konservativ, rechtsnationaler Bewohner aus Reinickendorf oder Spandau, aber dass es in letzter Zeit damit überhand nimmt, dass man in Cafes nur noch auf Englisch bedient wird, nervt mich schon. Ich stelle mir grad meinen nächsten Urlaub in Frisco vor, wo ich erwarte, dass der schwarze Kellner da deutsch spricht. Aber das ist ja noch das geringste Übel. Es gab einfach

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Chronik eines angekündigten Todes

in Kultur , by Lutz

 

Amy Winehouse ist tot. Gut das kam jetzt nicht überraschend, ist aber trotzdem um so tragischer. Ein Unikat ist gerade von uns gegangen, eine geniale Platte, dazu noch ein erfolgreicher Song mit Mark Ronson ihrem Lieblingsproduzenten und der Rest ist Erinnerung an zu viel Haare, Make up, Alkohol, Drogen, Tabletten und schlechte oder abgesagte Konzerte.

 

Amy Winehouse

Sie hat uns in den 2000-er Jahren gezeigt, dass es echten Rock´n´Roll noch gibt. Oder Besser Sex and Drugs …… Wir dachten ja alle, dass es nach den Exzessen der Hippie-Ära ja nun vorbei ist mit den zu früh sterbenden Giganten (oder wurden die erst durch ihren frühen Tod zu Giganten?). Janis Joplin, Jimmy Hendrix, Brian Jones, Curt Cobain, Jim Morrison, alle waren 27, bei allen waren mehr oder weniger Drogen im Spiel bei ihrem Tod und alle verkrafteten den Ruhm, die Öffentlichkeit und den Erfolg nicht.

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So perfekt

in Kultur , by Lutz

Ich habe die Zukunft gesehen.

Naja zumindest gehört, gesehen, die Zukunft des Dutsch-Rap. In der Post-Bushido-Sido-Fanta4-Ära ist das eigentlich schon ein Ereignis. Und dieses Ereignis heißt Casper, lange verschrieen als Softboy des Rap zeigt er uns jetzt den wahren Trend.

Die Szene an sich ist ja spätestens mit dem letzten SIDO-Album tot. Nachdem Wechsel von SIDO zu einem Major-Label konnte einem als eingefleischten SIDO-Fan nur noch Grauen. Nette, harmlose Texte die jeder schwäbische Schwiegermutter schmeicheln würde ergänzten langweilige Musik. Man ist angekommen in der Welt der Erwachsenen, des Geschäft, oder um es mit SIDO´s Worten zu sagen, man hat sich weiter entwickelt. Die Kids (und ich) trauern solchen Songs wie “Arschficksong”, “Mein Block” oder “Schlechtes Vorbild” nach, wo man event. noch etwas von Großstadtrealität vermittelt bekam. Vorbei.

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