Wer von uns entsinnt sich nicht noch an die längst vergangenen Zeiten als wir wild, frei und selbstbestimmt waren. Wir durften rauchen und saufen wo wir wollten, unser täglich Fleisch gab ER uns heute, wir gingen jeden Tag in die Badewanne, unsere Räume waren von warmen, 5000Watt Glühbirnen ausgestrahlt, es gab eine Mülltonne für alles, und unsere Lebensmittel waren ungesund aber lecker.

Lang lang ist es her, seit damals herrscht nun in Deutschland die Diktatur des Ökotariats.

van Gogh

Millionen Gesetze schreiben uns blöden, nicht-eigenverantwortlich lebenden Bürgern vor wie wir zu leben haben und was gesund und was ungesund ist. Vielleicht sollte sich Herr Gauck mal damit beschäftigen, ihm ist ja Freiheit und die Eigenverantwortung das wichtigste Gut in der Gesellschaft.

Also was ist passiert. An einem dunklen Tag begab es sich in Deutschland, das begonnen wurde, interessante und durchaus nützliche ökologisch korrekte Gesetze zu verabschieden bzw. wurden uns über Jahrzehnte entsprechende Verhaltensweisen impliziert und infiltriert. Die strickenden, veganen Ökotanten feierten mit Malventee und die Gutbürger köpften eine Flasche ökologisch einwandfreien Champus. Blöderweise stellte sich später heraus, dass die Auswirkungen für die Gesellschaft weder nützlich noch für die Umwelt relevant waren bzw. sogar schädlich waren. Ein paar Beispiele gefällig?!

Als ich noch in Dresden ein Zimmer als Untermieter hatte, versuchte mein Vermieter (meist vergebens) mir völlig berechtigt zu vermitteln, dass es eben mehr als eine Mülltonne gebe. Ich habe das schon immer ignoriert bzw. seit ich im Fernsehen mal einen entsprechenden Beitrag dazu sah. Es ist nämlich so nach dem Abfallgesetz, dass von den Verwertungsfirmen nur ca. 34 % getrennt verwertet werden muss, der Rest wird wieder zusammengeführt und alles zusammen verbrannt. Als ich mal auf einer Party in Köln mit einem Müllmann dazu sprach, meinte er, sie trennen den Müll die ersten 2 -3 Tage im Monat, der Rest wird dann einfach aus allen Tonnen wieder zusammengeschüttet und entsorgt. Und ob dann eben 34 oder 22 % oder wie viel auch immer getrennt würde, interessiert den Staat weniger. Und dafür sollte ich Jogurtbecher ausspülen (Löffelrein wie der Fachausdruck ist) und grünen Punkt von Nicht grünen Punkt trennen??? Nie im Leben. Neuerdings stehen bei mir in Berlin jetzt sage und schreibe 12 verschiedene Tonnen auf dem Hof: Bioabfälle, braunes Glas, grünes Glas, buntes Glas, (wo liegt der Unterscheid?), Pappe, Papier, Müll, Grüner Punkt Müll, Wertstofftonne…. Erwähnte ich, dass ich noch immer einen Müllsack für alles verwende?

Oder nehmen wir unsere von frühester Jugend an erlernte Fähigkeit immer weniger Wasser zu verbrauchen. In Berlin scheint sich das Verhalten erst nach 2001 durchgesetzt zu haben, denn da gab es eine saftige Erhöhung der Wasserpreise weil Berliner viel zu viel von dem kostbaren Nass verbraucht haben. Nun seitdem sind auch die letzten Restbestände der Industrie aus Berlin verschwunden und wir stinken alle vor uns hin, weil wir seither nur noch 66 % des damaligen Verbrauchs konsumieren, sprich wir duschen und baden nicht mehr. Blöderweise kommt aber seit 2 Jahren der Gestank nicht von den Menschen sondern aus der Kanalisation. In einigen Stadtbezirken wie Wedding, Pariser Platz etc. sind gar wohlfeine Gerüche im Sommer zu vernehmen. Der Grund ist einfach. Mit dem wenigen Wasser und den großen Rohren wird kein Abfluss mehr erzeugt, die Exkremente und der Dreck lagern sich ab, die Wasserwerke müssen seither Extraspülungen vornehmen, die soviel Wasser verbrauchen, wie die Berliner verbrauchten als sie sich noch duschten. Nun erhöhten im letzten Jahr die Wasserwerke die Gebühren, weil wir so wenig Wasser verbrauchen und sie ständig nachspülen müssen und somit mehr Wasser verbrauchen. Die Umwelt freuts. Übrigens gilt das net nur für Berlin.

Nächstes Beispiel. Nehmen wir den ganzen Schwachsinn von den Glühbirnen. Ich habe mich eigentlich nie damit beschäftigt was da oben in meiner Lampe leuchtet. Ich drückte auf den Lichtschalter, Gott (oder in dem Fall ich) sprach es werde Licht und… den Effekt kennt jeder. Jetzt kamen die Energiesparlampen die nicht sofort angehen und meinen alten ritualisierten Laufgewohnheiten im Wege sind. Sprich, ich drücke auf den Schalter, das Licht geht nicht an ich laufe trotzdem weiter und knalle prompt gegen meinen Flurschrank. Nun irgendwann lerne wahrscheinlich ich es noch 10 Minuten zu warten in dem dunklen Hausflur bis mein eigenes Licht leuchtet… nur kaputtgehen, runterfallen darf das Edelprodukt Energiesparlampe nicht. Davon kriege ich nämlich Krebs. Weil man bei der Gesetzgebung zum Verbot der bösen Glühlampen übersehen hat, das in den ökologisch so wertvollen neuen Lampen das hochgiftige Quecksilber ist, das schon beim einatmen von den geringen Mengen einer defekten Lampe zu Hirnschädigungen führen kann. Die Ersteller des Gesetzes haben wohl deutlich zu viele kaputte Lampen vor sich liegen gehabt. Dazu kommt noch die Entsorgung.

Diese Superlampen dürfen aber nicht so einfach entsorgt werden wenn sie denn mal tot sind. Sie werden in einer Maschine extra zerstört, luftdicht verpackt und als Sondermüll in einen alten Salzstock als ewig (strahlender?) Sondermüll im Harz und Thüringen entsorgt… bis ans Ende unserer Tage bzw. als Altlast für unsere nichtvorhandenen Enkel. Super!

An dieser Stelle könnte ich jetzt noch anfügen, dass das Dosenpfand völliger Unsinn ist, weil es die gute alte ökologisch wirklich was bringende Mehrwegflasche gleich mit vom Markt gefegt hat oder das in Berlin ein neues Phänomen (und nicht nur hier) auftritt, nämlich das sich neuerdings in den hypergedämmten Häusern (wofür der Staat Millionen ausgibt) sich massiv Schimmel bildet. Was (und jeder der ein bisschen Ahnung von Physik hat bestätigen wird) völlig logisch ist, denn ein Luft und Feuchtigkeitsaustausch kann nicht mehr stattfinden, was die Zahl der Allergiker und Astmathiker erhöht, zu neuen Kosten im Gesundheitssystem führt, die Kassenbeiträge steigen werden und man uns schließlich wahrscheinlich per Gesetz vorschreiben wird, dass täglich 6 h zu lüften ist egal bei welcher Temperatur. Oder das zukünftig nur noch mit ökologisch einwandfreien Holz aus glücklichen Wäldern gebaut werden darf.

Nun könnte man ja sagen, okay all diese Gesetze kann man ja wieder ändern wenn man bemerkt da läuft was falsch… ahhh geeh. Dazu benötigt man als Politiker wahre Größe, man müsste sich hinstellen und sagen, okay, damals war das gut gedacht aber es funktioniert nicht wir müssen das ändern. In der Wirtschaft funktioniert so was täglich sonst gebe es keine erfolgreiche Wirtschaft. Aber in der Politik?? Es würde einen großen Aufschrei aller schwäbischen Hausfrauen, Feministinnen unter Alice Schwarzer und aller Umweltbewegten geben, Strickdemos würden veranstaltet  und Birkenstocksandalen geworfen. Aber wer von unseren politischen Scheinzwergen hätte denn so was drauf? Keiner weder in dieser noch in der nächsten mit Beteiligung der Grünen. Also schaden wir der Umwelt weiter, haben sinnentleerte Gesetze aber können uns mit einem guten Gewissen zurücklehnen unter unseren grell leuchtenden Energiesparlampen, unseren Fairtrade Kaffe genießen und weiter in unseren schimmelnden Wohnungen vor uns hinstinken.

Voila.